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Der Standort
Eine Wohnung sollte in der Regel gut erreichbar sein, sowohl mit dem Auto als auch mit
dem öffentlichen Nahverkehr. „Generelle Aussagen zur übrigen Infrastruktur einer
Wohnung lassen sich jedoch kaum treffen“, meint Schick. Denn eine optimale
Infrastruktur für alle Bevölkerungsgruppen gäbe es nicht. „Ältere Menschen
beispielsweise sind sehr an der Nähe zu Ärzten und medizinischen
Versorgungseinrichtungen interessiert, junge Leute bevorzugen dagegen Gebiete mit
vielfältigen Freizeitangeboten und Familien mit Kindern achten darauf, dass die Schulen
und Betreuungseinrichtungen möglichst zu Fuß zu erreichen sind.“
Anleger sollten sich bei der Auswahl möglicher Standorte zunächst vor allem von der
demographischen Entwicklung in der Region leiten lassen. „Die Chance der Vermietung
steigt, je größer das Bevölkerungswachstum ist“, so Schick. „Außerdem ist zu
berücksichtigen, dass die jeweils vorhandenen Bevölkerungsgruppen auch ganz
bestimmte Wohnbedürfnisse haben.“ In einer Region mit einer alternden Bevölkerung ist
es in der Regel günstiger, eine kleine Wohnung im Erdgeschoss oder im ersten
Obergeschoss zu erwerben. In Gegenden mit einem überproportionalen Anteil an 25- bis
40jährigen Menschen sind dagegen vor allem Drei- bis Vierzimmerwohnungen gefragt,
die gern auch in den oberen Stockwerken liegen dürfen. Eine erhöhte Nachfrage in
diesem Segment ist jedoch eher die Ausnahme: Denn vor allem in den Großstädten sind
Ein- und Zwei-Personenhaushalte inzwischen in der Überzahl, so dass sich kleinere
Wohnungen meist leichter vermieten lassen als große.
Die Wohnung
„Bei der Besichtigung, sollten die ersten Eindrücke nicht außen vor bleiben“, sagt Schick.
„Der Zustand der Fassade, des Eingangsbereiches und des Treppenhauses sind wichtige
Indikatoren für die Qualität des Objektes. Schäden im Putz, verbeulte Briefkästen, eine
nicht voll funktionsfähige Gegensprechanlage oder ein defektes Treppenlicht wirken stark
wertmindernd und sollten sich daher auch im Kaufpreis niederschlagen. Zudem weisen
derartige Mängel auf eine nachlässige Verwaltung hin.“
Verhältnismäßig lang ist die Checkliste für die technische Ausstattung einer Wohnung.
Bei alphabetischer Anordnung beginnt sie bei der Abluftanlage in Bad oder Küche und
endet bei der Wohnungstür. „Kompromisse sollten hier nur in Ausnahmefällen gemacht
werden“, meint Schick. Denn eine Vielzahl von Merkmalen wie beispielsweise die
Heizungsanlage oder die Zahl der Steckdosen lasse sich nur mit großem Aufwand
verändern.
Für den Vermietungserfolg immer wichtiger wird die Frage, ob die Wohnung auch einen
Balkon hat. „Viele Mietinteressenten suchen im Internet gezielt nach bestimmten
Ausstattungsmerkmalen“, sagt Schick. „Rund 15 Prozent der Deutschen würden niemals
in eine Wohnung ohne Balkon ziehen.“ Außerdem gewinne die Frage nach der
Energieeffizienz immer mehr an Bedeutung. „Bereits seit Juli 2009 muss beim Verkauf
einer Wohnung auch ein Energieausweis vorgelegt werden“, erklärt Ulrich Löhlein, Leiter
Servicecenter Immobilienverwaltung im IVD. Aus diesem Dokument gehe hervor, wie
hoch der Energiebedarf der jeweiligen Wohnung sei. Generell könne davon ausgegangen
werden, dass es sich bei Wohngebäuden mit einem Energieverbrauch von unter 100
Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr um ein Haus mit gutem oder sehr gutem
energetischen Standard handele. „Die Mietnebenkosten, speziell die Heizkosten, werden
deutlich günstiger ausfallen als bei einem Gebäude mit höheren Kennzahlen“, so Löhlein.
Die Investitionskosten
Zusammen mit Lage und Ausstattung gehören die Kosten der Investition zu den
wichtigsten Kriterien beim Wohnungskauf. Die zusätzlich zum notariellen Kaufpreis
anfallenden Erwerbsnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Maklerprovision und Notargebühr)
sollten beachtet werden. Hinzu kommt das monatliche Hausgeld, einschließlich des
Verwalterhonorars und der Instandhaltungsrücklagen. „Kaufinteressenten für eine
vermietete Wohnung sollten unbedingt prüfen, aus welchen Posten sich das Hausgeld
zusammensetzt und ob die einzelnen Beiträge angemessen sind“, sagt Schick. „Um
eventuelle Überraschungen zu vermeiden, sollte außerdem überprüft werden, ob es noch
offene Baulasten beziehungsweise Belastungen im Grundbuch gibt, die auf den Käufer
übergehen können.“
Die Unterlagen
Zu den Unterlagen, die ein Käufer unbedingt anfordern sollte, gehören die
Baubeschreibung, der Grundsteuerbescheid, der Nachweis der Feuerversicherung, die
Hausgeldabrechnung mit Wirtschaftsplan, die Wohnflächenberechnung sowie die
Teilungserklärung und die Protokolle der Eigentümerversammlung. „Letzteres ist
besonders wichtig, denn im Gegensatz zum Hausbesitzer ist der Wohnungsbesitzer mit
seinem Eigentum in das Eigentum und in die Interessen der anderen
Wohnungseigentümer der jeweiligen Wohnanlage eingebunden“, sagt Schick. „Ein
Wohnungseigentümer kann beispielsweise nicht frei entscheiden, wann, von wem und mit
welcher Farbe die Fassade gestrichen wird, sondern muss sich mit den anderen
Eigentümern abstimmen. Kaufinteressenten sollten sich daher darüber informieren, wie
die bisherigen Beschlüsse der Wohnungseigentümerversammlung zustande gekommen
sind.“